
Für einen Sammelband zu Medialisierungen der Angst seit dem 18. Jahrhundert werden Aufsätze gesucht. (via H-Soz-u-Kult)
Deadline für Abstracts: 01. Juli 2012
Wovor wir uns fürchten. Angst in den Medienkulturen des 18.-21. Jahrhunderts
Hrsg.: Stefan Zahlman, Wien
Wir leben in einer Kultur der Angst: Reale und imaginierte Bedrohungen wie Klimawandel, terroristische Anschläge und Schuldenkrisen dienen als Vorwand für hektische politische Entscheidungen auf globaler Ebene. Wir erleben und verarbeiten individuell wie kollektiv die Angst vor Viren oder vor virtuellen Monstern, die Angst vor dem beruflichen Scheitern, die Angst krank zu werden oder zu sterben, die Angst, dass sich etwas ändert oder eben gar nichts ändert. Angst schärft unsere Sinne und dient als Schutzmechanismus, sie ist Marker tatsächlicher wie imaginierter Gefahren und sensibilisiert uns für unsere gesellschaftliche Umgebung, für ihre historische Vergangenheit ebenso wie für ihre Zukunft.
Bisher wird Angst vor allem in den Neuro- und Lebenswissenschaften thematisiert, in der Medizin oder der Psychologie, weniger jedoch in den Kultur- und Geisteswissenschaften. Dabei ist gerade der Fokus darauf, wovor wir uns fürchten, für unser Verständnis des Lebens in westlichen Gesellschaften essentiell.
In historischer Perspektive markiert die Neuzeit eine Zäsur im Umgang mit Angst: Die Fackel der Aufklärung sollte ein für alle Mal Schluss machen mit Aberglauben und anderen irrationalen Ängsten – doch je heller sie leuchtete, umso dunkler und furchteinflößender schienen neue Schatten den Menschen der Moderne zu bedrohen.
Die Rolle der Angst, so kann konstatiert werden, ist zeitlos. Immer wieder erscheint sie in den verschiedenen Lebensbereichen moderner Menschen. Die Angstinhalte hingegen ändern sich, sie hängen von den Erfahrungen der Individuen wie denen ihrer Gemeinschaften ab, von religiösen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen. In dem konzipierten Sammelband soll sich aus möglichst unterschiedlichen kultur-, kunst-, sozial- und naturwissenschaftlichen Disziplinen und Perspektiven dem Thema “Wovor wir uns fürchten” historisch angenähert werden. Als gemeinsamer Ansatzpunkt sollen als Gegenstand der Analyse die Medialisierungen von Angst gewählt werden. Angesichts der verschiedenen und zum Teil gegensätzlichen Ängste, die sich in unterschiedlichste mediale Diskurse eingeschrieben haben, geht es nicht um eine Überprüfung ihres historischen „Wahrheitsgehaltes“: Im Zentrum des Bandes stehen die Formen ihrer medialen Eigenmächtigkeit, die Urheber und Adressaten, die durch sie hergestellten Konzepte von Gemeinschaft, mit ihnen verbundene Praktiken der Isolation und ähnliche Aspekte.
Vorschläge für Beiträge, die in Text und/oder Bild einzelne Phänomene moderner Angstkulturen (18.-21. Jahrhundert) analysieren, werden im Umfang von einer Seite spätestens bis zum 01. Juli 2012 per Email erbeten an stefan.zahlmann@univie.ac.at . Bitte fügen Sie dem Abstract einen kurzen CV (3-5 Sätze) bei. Die Fertigstellung des Bandes ist für den Sommer 2013 geplant.
Kontakt:
Stefan Zahlmann
Universität Wien, Institut für Geschichte
Universitätsring 1, 1010 Wien, Österreich
Telefon: +434277140854
Email: stefan.zahlmann@univie.ac.at

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