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CALIGARI
Deutsche Zeitschrift für Horrorstudien | German Journal of Horror Studies

CFP: Let the Vampire in

Am 8./9. Dezember wird an der Bochumer Ruhr-Universtät eine interdisziplinäre NachwuchswissenschaftlerInnen-Tagung dem gegenwärtigen medialen Boom des Vampirmotivs nachspüren.

Deadline: 5. Mai 2010

Letting the Vampire in

Eine interdisziplinäre Tagung für NachwuchswissenschaftlerInnen 8. /9. Dezember 2010

Gefördert von der Ruhr-University Research School und dem Englischen Seminar der Fakultät für Philologie. Eine Kooperation mit dem Online-Journal kultur & geschlecht.

Die Tagung hat den gegenwärtigen populärkulturellen Erfolgszug des Vampirmotivs zum Gegenstand und wirft die Frage nach seinen Ursachen und Konsequenzen in Literatur und visuellen Medien auf. In einem interdisziplinären Dialog sollen die medialen sowie kulturellen Bedingungen und Ausprägungen des gegenwärtigen Phänomens beleuchtet werden.

Gesucht:

Akademische Beiträge insbesondere von NachwuchswissenschaftlerInnen, Berichte über laufende Forschungsprojekte und neue Perspektiven auf den Vampirkult. Die Tagung ist interdisziplinär angelegt und richtet sich an VertreterInnen der Kultur-, Literatur-, Sozial- und Medienwissenschaft sowie Gender Studies.

Vampirismus und die von ihm ausgehende Faszination beschäftigen Historiker, Kulturanthropologen und Literaturwissenschaftler seit jeher. In jüngerer Zeit haben in seiner Betrachtung medien-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven an Bedeutung gewonnen, da er vermehrt Gegenstand populärkultureller Diskurse um Adoleszenz und soziale Andersartigkeit geworden ist.

Neu scheint die Größenordnung des Phänomens in den letzten fünf Jahren: Stephenie Meyers Twilight-Saga wird mit 85 Millionen verkauften Exemplaren häufig in einem Atemzug mit J.K. Rowlings Harry Potter-Büchern genannt. Eine Reihe von Verlagshäusern hat die Aufmerksamkeit um die Vampir-Romanze genutzt: Zahlreiche AutorInnen haben das Genre ausdifferenziert und für weitere Zielgruppen erschlossen. In den letzten beiden Jahren haben sich die „Vampire“ neben den “Horror”- und “Krimi”-Regalen räumlich fest etabliert. Der Trend setzt sich in weiteren medialen Formaten fort und zeugt von kulturökonomischer Relevanz: Die Einspielergebnisse der Filme Twilight (2008 weltweit über 350 Mill. US $) und New Moon (2009 weltweit über 680 Mill. US $) platzieren diese auf der Liste der weltweit erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Nach dem Erfolg von Buffy und Angel in den Jahren 1997-2004 (WB Television Network), greifen TV-Serien wie True Blood (HBO 2008-) und The Vampire Diaries (CW Television Network 2009-) ebenfalls das Motiv der Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir auf. Im Internet finden sich entsprechende professionelle (z. B. I Heart Vampires) wie auch zahlreiche Amateur-Videoproduktionen. Letztere stehen vor allem im Kontext des Kommentars und der Reflexion aktueller Vampir-Begeisterung, die in transmedialen Narrativen Ausdruck und Anreiz findet. Die Fan-Bewegungen um Twilight, True Blood etc. stellen sich der Netzöffentlichkeit als Massenphänomene dar und subkulturelle Zuweisungen nachhaltig infrage: Das Nischendasein des Fans ist längst passé.

Wir freuen uns insbesondere über Beiträge zu folgenden Schwerpunkten:

-         Geschlechterrollen und deren Repräsentationen innerhalb der Vampirnarrative und –Fankulturen; Körper- und Machtdiskurse

-         Fans, Konsum und “Convergence Culture”

-         Figuren- und Motivtheorie: Facettenreichtum und Wandlungsfähigkeit des Vampirs als Dämon, Schurke, Sympathieträger und Lichtgestalt, aber auch Zeitzeuge und Geschichtsexperte

-         Literarische und filmische Traditionen sowie Genre-Elemente: Initiation und Adoleszenz, Märchen und Fantasy, Gothic, Abenteuer- & Kriminalroman, Erotik.

-         Gesellschaftsmodelle: Blutsbande und andere Familienkonstellationen

-         Gesellschaftskritik und Zeitbezug 1: Der Vampir als der „Andere“

-         Gesellschaftskritik und Zeitbezug 2: Der Blutsauger als wirtschaftlicher Akteur

-         Wertemodelle: Jugendwahn und „Ageism“ vs. Erfahrung und Wissen

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Ausgewählte Beiträge sollen in der Frühjahrsausgabe 2011 des Online-Journals kultur & geschlecht publiziert werden.

http://www.ruhr-uni-bochum.de/genderstudies/kulturundgeschlecht/

Einreichungen:

Vorschläge für 20-minütige Vorträge sowie Posterpräsentationen (1 Seite Abstract inkl. Kurzbiografie) sind bis zum 5. Mai zu richten an die Organisatorinnen:

Sophie Einwächter, M.A.

(Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum)

Verena Siebert, M.A.

(Englisches Seminar der Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum)

Unter:

lettingthevampirein@gmx.de

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